Die Geschichte des Tintenstrahldruckers

Drucken ohne Tintenstrahl
Da die mit konstantem, unter Hochdruck stehenden Tintenstrahl arbeitenden Systeme für den Massenmarkt völlig ungeeignet sind, begannen in den 1970er Jahren verschiedene Firmen mit der Entwicklung einer kleineren und preiswerteren Drucktechnologie. Den Massenmarkt, wie wir ihn heute kennen, hatte man dabei natürlich noch nicht im Auge (dazu musste IBM ja erst noch den Personal Computer erfinden). Aber eine geräuscharme Alternative zu den verbreiteten Nadeldruckern, die in den Büros und Firmen ihre lautstarke Arbeit verrichteten, bot Marktchancen genug, um diese Entwicklung zu rechtfertigen.
Zwei unterschiedliche Technologien
Da bei den Drop On Demand Druckern zwei unterschiedliche Technologien zum Einsatz kommen, gibt es strenggenommen auch zwei Drucker, die für sich in Anspruch nehmen können, Erster gewesen zu sein. Die älteste Technik ist die Piezotechnik, bei der durch Verformung des Druckkanals eine Druckwelle erzeugt wird, mit deren Hilfe ein Tintentropfen auf das Papier gespritzt wird. Etwas später entwickelt wurde die Bubble Jet Technologie, bei der eine durch Hitze erzeugte Gasblase diese Aufgabe übernimmt.
Der Siemens PT80i
1977 auf den Markt gebracht, ist der Siemens Printer Terminal 80 Inkjet der erste, kommerzielle Tintendrucker mit Piezotechnik. Mit 12 Düsen und einer aufwendigen Technik, bei der piezoelektrische Röhren in Harz eingegossen sind, hatte der Drucker eine Auflösung von 96 dpi und druckte 270 Zeichen in der Sekunde. Laut Computerwoche von April 1980 lag der Anschaffungspreis bei 9.600 DM.
Der HP ThinkJet
Für die Bubble Jet Technik reichten Canon und HP zwar praktisch zeitgleich 1979 ihre Patente ein, dennoch war HP mit dem 1984 auf den Markt gebrachten ThinkJet ein klein wenig schneller. Der ThinkJet brachte es auf 150 Zeichen in der Sekunde und konnte wahlweise mit 96 x 96 oder 192 x 96 dots/inch drucken. Der Verkaufspreis lag bei 500 US$, was beim damaligen Wechselkurs etwa 1.500 DM entsprach.